GARDENStyle 43 Schon der Anblick reifender Zitronen und Orangen am Baum wirkt wie ein Gestalt gewordenes Urlaubsversprechen. Kaum eine Pflanzengruppe versinnbildlicht die Sehnsucht nach dem Süden so sehr wie Zitrusfrüchte. Bei guter Pflege kann man sie auch im Kübel halten und auf eine kleine, aber feine Ernte hoffen. Wer den beliebten Klassiker, die Zitrone (Citrus limon), bereits erfolgreich kultiviert, kann sich auch an andere Pflanzen aus der Gattung Citrus wagen, denn ihre Ansprüche sind ähnlich: Neben einem frostfreien, windgeschützten und hellen Standort, brauchen sie ein Substrat, das möglichst durchlässig ist. Alle Zitrusgewächse reagieren empfindlich auf Staunässe. Handelsübliche Blumenerde lässt sich durch Zugabe von etwas Blähton oder Tongranulat auflockern. Während eine spezielle Erde also nicht unbedingt nötig ist, lohnt sich beim „Futter“ für die Pflanzen ein Blick auf die Düngerpackung. Von den drei Hauptnährstoffen Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) brauchen Zitruspflanzen vor allem Stickstoff. Sein Anteil sollte deutlich höher als der von Phosphor sein. Nach neuesten Erkenntnissen brauchen Zitrusfrüchte übrigens durchaus Calcium. Kalkhaltiges Wasser darf und sollte sogar zum Gießen verwendet werden. Zitronen frisch vom Baum p ücken geht auch zu Hause. GUT IN FORM Zitronen werden in unterschiedlichen Sorten angeboten und sind teilweise rundlicher geformt als gewohnt. Tipp AbgeriebeneSchalen vonZitronen lassen sich trocknen und aromatisieren Tees. ZITRUSFRÜCHTE IN DER KÜCHE Bei einem Orangen- oder Zitronenbäumchen ist der Fall klar: Niemand würde reife Früchte wegwerfen – diese ganz bewusst zu genießen, versteht sich von selbst. Doch was ist mit den Früchten anderer Arten, wie der Pomeranze ( Citrus aurantium) oder Calamondin ( Citrus madurensis)? Die gute Nachricht vorab: Biologisch angebaute Zitrusfrüchte sind nicht giftig, schmecken aber teilweise so bitter und herb, dass der „Genuss“ einiger Arten eher Liebhabern vorbehalten ist. Aus Pomeranzen und Calamondin lassen sich typisch englische Marmeladen herstellen. Am einfachsten macht es uns die nur leicht herb schmeckende Kumquat ( Fortunella margarita): Sie wird komplett mit der Schale verzehrt. Essbar oder nicht? Das ätherische Öl der Orangen- und Pomeranzenblüten heißt Neroli. Einatmen und genießen Der Duft aus den Schalen von Zitronen, Limetten und Orangen wirkt erfrischend und wird günstig als ätherisches Öl verkauft. Für das Odeur von Orangenblüten muss man hingegen tief in die Tasche greifen: Für 1 g Öl braucht man 1 kg Blüten. Wer blühende Zitruspflanzen hat, hat das Glück, den Duft direkt an der Blüte zu erleben. KOSTBARER BLÜTENDUFT
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=